Liebe Vera F. Birkenbihl,
nur wenige Tage vor Ihrem Tod haben wir noch lange telefoniert und Pläne gemacht für weitere Filme.
Auf Grund unserer langjährigen Freundschaft, die auf gegenseitigem Respekt vor der jeweiligen Arbeit des Anderen beruhte, haben Sie das Vertrauen gefasst, vor der Kamera auch intime Dinge aus Ihrem reichen Leben zu schildern, wie Sie es ja auch in "Wieviel Ärger braucht der Mensch" getan haben.
Dieses Video! Ich hatte bis zum letzten Moment gezittert, ob Sie die Veröffentlichung erlauben werden, denn niemand – ich sage wirklich niemand – außer Ihnen wäre und war fähig, sich so offen, so verletzlich zu zeigen. Schließlich waren Sie die große prominente Motivations– und Gehirntrainerin mit diesen vielen kompetenten Veröffentlichungen. Und dann sind Sie vor der Kamera so verwundbar, öffnen sich und weinen über die schlimmen Dinge, die man Ihnen angetan hat. (Ich habe übrigens recherchiert, m.E. hat nie jemand das über Sie geschrieben, was Sie glaubten. Die Euro–Millionärin. Ihre Antwort auf die Frage „Ist es wahr“ hätte NEIN lauten müssen.)
Sie kannten meine Bücher über The Work, Byron Katie hatte Sie eingeladen, Sie wussten genau, wie die Methode arbeitet und trotzdem haben Sie sich wie ein Kind darauf eingelassen. Und das dann noch öffentlich zu machen! Nicht nur meine Bewunderung ist unermesslich.
Dieses Video ist ganz anders, als Ihre sonstigen Arbeiten und es ist sehr schade, dass wir das jetzt nicht wie geplant fortsetzen konnten.
Ihre Stimme bei diesem letzten Telefonat war zum Verlieben – auch wenn ich die typische kratzige Birkenbihlstimme sehr gemocht habe – ich bewunderte Sie wegen der Länge des Telefonats bei gleichzeitigen Schmerzen und wie immer hatten Sie trotz schlimmen Leidens am Schluss einen Witz auf Lager.
Ich werde Sie immer vermissen!
Ihr Moritz Boerner
PS. Den Umgang mit Ihnen haben meine Freundin und ich immer als sanft, zart und liebevoll empfunden – ich hatte manchmal das leise Gefühl, dass Sie Ihren Asperger bei Anderen nur benutzten, um Ihren Willen schneller und besser durchsetzen zu können. Aber ob das wirklich so war, weiß ich natürlich nicht.
Braucht man Ärger, um zu handeln - und wenn ja, wieviel?
Wieviel Unzufriedenheit ist nötig, um das eigene Bewusstsein auf ein hohes Niveau zu bringen? Wie lange muss man sich ärgern, um 'in die Gänge' zu kommen? Die anerkannte Trainerin Vera F. Birkenbihl bearbeitet mit 'The Work' ihren Frust über schlechtgemachte Bücher, kleine Schrift, langweilige Autoren, unfähige Politiker, Steuerprogression, menschenverachtende Mechanismen im Bildungswesen, gebrochene Verträge, unlautere Praktiken ehemaliger Geschäftspartner und Zeitschriften, die Lügen verbreiten.
Tobias Ellerbrok schreibt:
Birkenbihls Lachen, ihr sprühender Witz, ihre unglaubliche Offenheit auch über haarige Themen und eigene schmerzhafte Erfahrungen haben mich tief beeindruckt. Diese Frau spielt keine Rolle, sie ist hundert Prozent sie selbst. Und wie nebenbei lernt man nicht nur eine Menge über The Work und ihre Anwendung, sondern erhält auch noch wertvolle Tipps fürs Leben. Äußerst spannend!
Über zwei Stunden! Plus 4seit. Booklet und Bonusmaterial! 19,90 €